Parodontitis - wenn die Zähne locker werden

Parodontitisbehandlung - Lockere Zähne und Zahnverlust müssen nicht sein

Die Parodontologie ist meine besondere Leidenschaft. Im Laufe der Jahre habe ich zahlreichen Patienten geholfen ihre eigenen Zähne möglichst lange zu erhalten und kann damit auf eine außergewöhnlich hohe Kompetenz, unterstützt durch vielfältige Fortbildungen, für diesen Bereich verweisen. 

In meiner Zahnarztpraxis in Ottobeuren können Sie eine moderne Parodontitisbehandlung in Anspruch nehmen:
von der geschlossenen Parodontitisbehandlung bis hin zur laserunterstützen Therapie

 

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis (früher auch Parodontose genannt) ist eine bakteriell bedingte Entzündung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodontium) zeigt, die Zähne werden "locker". Eine Parodontitis kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Die Wahrscheinlichkeit einer Parodontitis steigt aber mit zunehmendem Alter. So gilt sie ab dem 45.Lebensjahr als Hauptursache für Zahnverlust.


Ursachen und Risikofaktoren?

Obwohl das Immunsystem und die Anwesenheit bestimmter Bakterien die Hauptrolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielen, gibt es einige Risikofaktoren, die die Gesundheit und damit den Halt ihrer Zähne beeinflussen:

 

schlechte oder falsche Mundhygiene mit Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein, Vererbung, Rauchen (Raucher haben verglichen mit Nichtrauchern ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln), Diabetes mellitus (insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist), Osteoporose, eine Schwangerschaft (durch die Hormonumstellung lockert sich das Bindegewebe auf, das Zahnfleisch schwillt an und Bakterien können leichter in die Tiefe vordringen), Karies, Mundatmung, Bruxismus (zumeist stressbedingtes Zähneknirschen), allgemeine Abwehrschwäche, insbesondere „immun-supprimierte“ Individuen (während oder nach Chemotherapie, Transplantations-Patienten etc.), unausgewogene Ernährung, Metallteile im Zuge einer kieferorthopädischen Behandlung und Rheuma

Folgen einer unbehandelten Parodontitis?

Eine unbehandelte Parodontitis kann das Risiko z.B. für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Zuckerkrankheit (Diabetes), sowie Schwangerschaftskomplikationen erhöhen und zudem zu Problemen bei Dialyse und Organtransplantationen führen. Letztendlich führt sie aber primär zum Verlust ihrer eigenen Zähne.

Vorbeugung einer Parodontitis?

Um einer Parodontitis vorzubeugen, sollte neben dem eigentlichen Zähneputzen mit der Zahnbürste, auf eine Zahnzwischenraumpflege mit Zahnseide oder Interdentalbürsten und einer Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken sehr genau geachtet werden. Bei regelmäßigen Kontrollen bei unserem Zahnarzt Hans-Werner Schmücker, in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate können Putznischen gesäubert und Hilfestellungen bei der häuslichen Mundhygiene gegeben werden. Zusätzlich wird ein Risikotest, kurz genannt PSI erhoben, der erste Anzeichen einer Erkrankung liefert.


Wie können Sie selbst eine beginnende Parodontitis erkennen?

gerötetes Zahnfleisch, Mundgeruch, freiliegende Zahnhälse und Zahnfleischblutungen beim Zähneputzen können erste Anzeichen sein.
Bei diesen Anzeichen kommen Sie bitte zu einer Untersuchung, denn in dieser frühen Phase ist der Entzündungsprozess gut zu kontrollieren und mit geeigneten Gegenmaßnahmen, wie einer professionellen Zahnreinigung (PZR) und den richtigen Zahnpflegeprodukten (Zahnpasta, Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten etc.) noch unkompliziert zu therapieren.


Unbehandelt jedoch zerstören die Bakterien nach und nach das Weichgewebe und gelangen über die entstandenen Hohlräume („Zahnfleischtaschen“) in die Tiefe. Dort angelangt, überwinden die Keime und ihre aggressiven Stoffwechselprodukte letztlich auch die verbliebene Barriere und gelangen an den empfindlichen Knochenrand. Dieser bietet mit seiner leicht porösen und schwammartigen Oberfläche geradezu ideale Bedingungen für ein Fortschreiten der in dieser Phase bereits chronisch verlaufenden Entzündungsform - der Parodontitis. Die Folge ist, dass Osteoklasten den Knochen abbauen und es somit oft unbemerkt und häufig fast schmerzfrei schmerzfrei zu einem irreversiblen Knochenverlust kommt.





Parodontitis ist eine Volkskrankheit − fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens irgendwann mehr oder weniger stark davon betroffen. In der Altersgruppe über vierzig Jahren gehen mehr Zähne durch Parodontitis verloren als durch Karies.


Eine effektive Therapie ist daher sehr wichtig. Sie hat im Wesentlichen zwei Ziele: die Bakterien als Verursacher der Krankheit zu beseitigen und die Entzündung zu stoppen.


Behandlung

Zahnreinigung - wichtiger Bestandteil bei der Parodontitisbehandlung in der Zahnarztpraxis Schmücker

In der Hygienephase werden alle supragingival (oberhalb des Zahnfleischrands) gelegenen harten und weichen Beläge entfernt (professionelle Zahnreinigung - PZR). Hieran schließt sich die geschlossene Behandlungsphase an, bei der die subgingival (unterhalb des Zahnfleischrands) liegenden harten und weichen Beläge entfernt werden. Dies geschieht mit Küretten (speziell geformten Handinstrumenten), mit schall- und ultraschallbetriebenen Geräten oder unter Anwendung bestimmter Laser (die wir bei uns in der Praxis für Sie bereithalten).


Die Parodontitistherapie gliedert sich in 3 nacheinander folgende Behandlungskomplexe auf:


Die Vorbehandlung:

  • PZR, Unterweisung mit Einweisung in den Umgang geeigneter Hilfsmittel für den Alltag. Vermessung der vorhandenen Zahnfleischtaschen inkl. Bewertung des Knochenrückgangs zur späteren Erfolgskontrolle, hierbei werden Röntgenbilder zur Darstellung des Knochenabbaus angefertigt und ein Antrag an ihre Krankenkasse erstellt.


Die Parodontitistherapie:

  • erste Sitzung: schonende Reinigung der Wurzeloberflächen mit lokaler Betäubung der zu behandelnden Kieferhälfte mit Ultraschall, Desinfektion und Applikation geeigneter Bakteriostatika (in der Regel die linke Kieferhälfte)
  • zweite Sitzung: schonende Reinigung der Wurzeloberflächen mit lokaler Betäubung der anderen Kieferhälfte mit Ultraschall, Desinfektion und Applikation geeigneter Bakteriostatika und Kontrolle der bereits bei der ersten Sitzung behandelten Oberflächen und des Zahnfleisches sowie erneute Desinfektion und Applikation geeigneter Bakteriostatika.


Die Reevaluation:

  • evtl. PZR und MH-Unterweisung mit erneuter Einweisung in den Umgang geeigneter Hilfsmittel für den Alltag und einer Remotivation (Erneute Vermessung der vorhandenen Zahnfleischtaschen inkl. Bewertung des erzielten Behandlungsergebnisses). 

 
Prognose
Rechtzeitig und richtig behandelt kann einer Parodontitis fast immer Einhalt geboten werden, allerdings ist diese Behandlung zum Teil sehr langwierig und immer stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Darum ist auch nach Beendigung der eigentlichen Therapie eine regelmäßige Nachsorge nötig, um einem erneuten Aufflammen der Entzündung frühestmöglich entgegenzuwirken. Hierbei unterstützen wir Sie sehr gerne.


Kosten der Parodontitistherapie

Die Kosten für eine Parodontitsbehandlung werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, die Behandlung muss allerdings zuvor bei der Kasse beantragt werden.

Bei offenen Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Ich freue mich sehr, diese zu beantworten. 


Ihr Zahnarzt Hans-Werner Schmücker in Ottobeuren